Positiv Denken 

Die Marien Apotheke betreut seit Mitte der Neunziger Jahre Patienten, die sich mit dem HI-Virus infiziert haben und an der Immunschwäche AIDS leiden. Es hat sich viel getan in dieser Zeit, zum Glück. Aus einem scheinbar sicheren Todesurteil wurde eine zwar nicht heilbare, aber therapierbare Krankheit. Man spricht von den „Long Time Survivors“. Immer bessere Behandlungsmethoden erleichtern den Umgang mit der Immunschwäche und verbessern die Lebensqualität der Patienten. 

 


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Aufklärung 

Schätzungsweise 12.000 bis 15.000 Menschen in Österreich sind HIV positiv. Zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit können Jahre, wenn nicht Jahrzehnte liegen. Derzeit liegt bei ca. 1.230 von ihnen eine AIDS-Erkrankung vor. 48% aller in Österreich an AIDS Erkrankten leben in Wien.

Aufklärung allein genügt nicht: 2012 erkrankten noch immer 53 Männer und 13 Frauen an AIDS. Hauptursache für die Übertragung war heterosexueller Geschlechtsverkehr. (Quelle: Statistik Austria)  


Prophylaxe und Therapie

Am besten schützt ein Kondom – aber was ist, wenn man es „vergessen“ hat? Oder wenn man es „vergessen“ will? Oder was tun, wenn es reißt?
PREP – Medikamente sind für die prä-expositionelle Prophylaxe. Man nimmt sie vorher ein und kann dann ungeschützten Verkehr haben. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und leider sehr teuer. Aber es gibt sie. Zum Beispiel TRUVADA.
PEP bedeutet post-expositionelle Prophylaxe und ist wichtig, wenn man nach dem Verkehr besorgt ist, ob man sich vielleicht nicht doch infiziert hat. Zum Beispiel, weil das Kondom gerissen ist. Hier gibt es verschiedene Therapien, welche die Aufnahme des HI-Virus im Körper verhindern.
Wenn Sie mehr wissen möchten: Wir beraten Sie gerne.   

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Positive Hilfe

Bei folgender Institution bekommen Sie Hilfe: Die Aids-Hilfe Wien bietet einen HIV Antikörper Test an, der kostenlos ist. Die Wartezeit auf das Testergebnis beträgt eine WocheBitte bedenken Sie, dass es ca. 3 Monate dauert, bis das Virus im Körper nachweisbar ist. Absolute Sicherheit gibt es nur bei Infektionen, die über 3 Monate zurückliegen.

Life Ball

Solidarität und Hilfe für AIDS-Infizierte und HIV-Positive, Aufklärungsarbeit und aktive Prophylaxe: Der 1992 gegründete Life Ball in Wien ist die größte Benefiz-Veranstaltung Europas zum Thema. 2013 wurden über 2 Millionen Spendengelder erwirtschaftet. Die Marien Apotheke war von Anfang an mit dabei — auch als Sponsor.
Hut ab, Gery Keszler! 

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1. Dezember Welt-Aids-Tag

Ein jährlicher Gradmesser im Kampf gegen HIV/Aids sind die Zahlen von UNAIDS, dem globalen Programm der Vereinten Nationen. Aktuell sind weltweit geschätzte 35,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, 2012 wurden 2,3 Millionen Neuerkrankungen registriert. Während in Ländern mit intakten Gesundheitssystemen die Immunschwäche unter Kontrolle ist, sterben in den Entwicklungsländern auch heute noch HIV-Infizierte an Aids, 2012 waren es 1,6 Millionen. Durch die Anstrengungen der letzten Jahre sind sämtliche Zahlen rückläufig, erstmals konnte durch gesundheitspolitische Maßnahmen auch in der Ukraine die Zahl der HIV- Neuinfektionen gesenkt werden. In Österreich leben laut Austrian HIV Cohort Study vom Jänner 2013 zirka 5000 Menschen mit dem HI-Virus, pro Jahr werden 500 Neuerkrankungen registriert. Diese Zahl ist seit vielen Jahren stabil. Man schätzt, dass zirka 2000 Menschen HIV-infiziert sind ohne davon zu wissen. In der HIV-Hochrisikogruppe der Drogenkranken konnten die Neuinfektionen durch Spritzentauschprogramme gesenkt werden. Aufklärung bleibt wichtig, vor allem in der Gruppe mit wenig Risikobewusstsein, die Neuerkrankungen sind bei Heterosexuellen gestiegen.(Quelle: Standard)

 

Medikamente

Derzeit bieten sich in der antiretroviralen Therapie vier Angriffspunkte. Die ersten beiden Gruppen beeinflussen den Zellstoffwechsel. Der menschliche Körper bildet keine Reverse Transkriptase und Protease. Somit ergibt sich die Möglichkeit, diese beiden Enzyme zu blockieren, ohne direkt wichtige körpereigene Stoffwechselfunktionen zu beeinflussen. Die Medikamente hemmen entweder die Protease, wodurch die Virusproteine nicht korrekt gebildet werden, oder die Reverse Transkriptase, wodurch das Umschreiben der Virus-RNS in DNS verhindert wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Fusion zwischen der körpereigenen Zellen und dem HIV Virus zu unterbinden. Somit kann das HI-Virus nicht in die Zelle eindringen. Der neueste Angriffspunkt ist die Verhinderung des Einbaues der viralen DNS in das Genom der Zelle. Damit dies gelingt wird das dazu benötigte Enzym, die Integrase, gehemmt.

HIV-LEITFADEN der MARIEN APOTHEKE (PDF)

 

Das HI-Virus

Ein HIV-Positiver bildet täglich ca. 10 Milliarden Viren, die etwa 6 Stunden bis 2 Tage im Körper zirkulieren. Gleichzeitig bildet der Körper Milliarden von CD4+ Lymphozyten, die den „Kampf“ gegen die Viren führen. Oft erst nach Jahren bricht das Immunsystem zusammen und eine aidsdefinierende Erkrankung tritt auf.

Nun wachsen eine Reihe von Mikroorganismen sowie Tumore, die bei intaktem Immunsystem mehr oder weniger unschädlich sind, unkontrollierbar. Kann der Fortgang der Krankheit mit einer antiretroviralen Therapie nun nicht aufgehalten werden, führt dies zum Tod. Der häufigste Übertragungsmodus ist Sex mit einem infizierten Menschen. Andere Wege sind Injektion bzw. Übertragung von Blut und Blutprodukten, und die Übertragung von der Mutter auf das Kind bei oder nach der Geburt. Lesen Sie mehr....

 

Die Geschichte des HI-Virus

1981: Im Juni informiert der Wissenschaftler Michael Gottlieb von der UCLA (University of California Los Angeles) in einem Bericht für die Disease Control Convention über eine ungewöhnliche Konstellation von Pilzinfektionen und Lungenentzündungen bei fünf ansonsten scheinbar völlig gesunden jungen schwulen Männern aus Los Angeles. Offenbar ist das Immunsystem der Personen zusammengebrochen. Im Juli erscheint in der New York Times ein Artikel von Laurence Altman über eine Reihe ungewöhnlicher und ähnlicher Krankheitsfälle. Die Erkrankten seien Homosexuelle mit regem und verschiedenem Sexualkontakt. Die Berichte handeln nicht nur mehr von Lungenentzündungen, sondern auch von Kaposi-Sarkomen, einer sonst sehr seltenen Krebsart. Im November wird ein Name für das gleiche Auftreten von diesen Krankheitsfällen gefunden: GRID (Gay Related Immuno Deficiency) Lesen Sie mehr....

 

HIV und Ernährung

Gerade bei HIV-Infizierten ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Neben der richtigen schulmedizinischen Behandlung kann damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. In einer 6-teiligen Serie wollen wir Sie deshalb an das Thema „HIV und Ernährung“ heranführen – verständlich und ohne viel Fachchinesisch. Informationen über die Grundlagen der Ernährung und Lebensmittelhygiene sind für alle gesundheitsbewussten Menschen interessant! Lesen Sie einfach rein. Die Artikel können Sie auch in den Lambda Nachrichten nachlesen.

Referenzwerte für die Energiezufuhr (Tabelle)

HIV und Ernährung Teil 1: Grundlagen der Ernährung

HIV und Ernährung Teil 2: HIV-Ernährung und Energiebilanz

HIV und Ernährung Teil 3: Mikronährstoffe und das Immunsystem

HIV und Ernährung Teil 4: Vitaminverlust bei Obst und Gemüse

HIV und Ernährung Teil 5: Lebensmittelunverträglichkeiten

HIV und Ernährung Teil 6: Vegetarische und vegane Ernährung