Illustration Impfen von Rike Hofmann

Masern: Keine Kinderkrankheit

20. März 2024

Immer öfter schlagen die Behörden Alarm, da es in Österreich und Europa zu Masernausbrüchen kommt. Österreich ist bereits seit 2023 Masern-Hotspot in Europa. Seit Jahresbeginn 2024 (Stand 19.3.) sind hierzulande aber schon ein Drittel mehr Fälle gemeldet worden als im gesamten Jahr 2023.

 

Für Masern besteht ein Eliminationsziel der Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch Österreich unterstützt das Ziel, welches durch die Schutzimpfung erreicht werden kann. Die Infektion ist mit ihren gesundheitlichen Folgen nicht zu unterschätzen. Auch die hohe Ansteckungsrate macht Masern zu einer ernstzunehmenden Erkrankung, für die seit Dezember 1997 sogar eine Meldepflicht in Österreich besteht.

Was sind Masern und wie werden sie übertragen?

Die hochansteckende Maserninfektion wird durch Masern-Viren ausgelöst. Der Virus kommt weltweit vor und wird sowohl auf Kinder als auch auf Erwachsene mittels Tröpfchen übertragen. Wenn erkrankte Personen husten oder niesen, werden die infektiösen Tröpfchen an die Umgebung abgegeben und können dort sogar für mehrere Stunden in der Luft zirkulieren oder Oberflächen haften bleiben. Auch bei direktem Kontakt mit infektiösem Sekret aus Nase oder Rachen können andere Personen infiziert werden. Dies passiert beispielsweise beim Teilen von Besteck oder Gläsern.


Die Masern kommen nur beim Menschen vor und werden auch nur von Mensch zu Mensch übertragen.

Krankheitsverlauf

Die Zeit zwischen der Infektion und dem ersten Auftreten von Symptomen wird Inkubationszeit genannt. Bei Masern beträgt sie 7 bis 21 Tage, im Durchschnitt treten die Symptome nach 10 bis 14 Tagen auf.


Bei der Erkrankung gibt es zwei Krankheitsstadien mit Fieberschüben: Zuerst kommt es zu klassischen Erkältungssymptomen mit Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit und gegebenenfalls Bindehautentzündung. Im Frühstadium kommt es auch zu typisch weißen Flecken („Koplik-Flecken“) auf der hochroten Mundschleimhaut, v.a. an der Wangenschleimhaut. Dieses erste Stadium dauert 3 bis 5 Tage und gegen Ende des Stadiums sinkt das Fieber.
Im zweiten Stadium steigt das Fieber erneut steil an. Der typische Masernausschlag mit vielen, kleinen, rot-bräunlichen Punkten oder Flecken beginnt hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Körper aus. Krankheitsgefühl und Appetitlosigkeit begleiten die Phase, die 4 bis 7 Tage anhält. Erkrankte können schon kurz nach der Infektion geschwollene Lymphknoten an mindestens 2 unterschiedlichen Körperregionen haben, z.B. am Hals und in der Leiste.

 

Masern machen sich erst etwa 9 Tage nach der Infektion bemerkbar, sie sind aber schon früh ansteckend. Meist 4 bis 6 Tage nach der Ansteckung bis etwa 4 Tage nach dem Masern-Ausschlag ist die infizierte Person ansteckend. Am größten ist die Ansteckungsgefahr unmittelbar vor dem Ausbruch des Ausschlags. Auch ein milder Krankheitsverlauf ist sehr ansteckend.

Die Folgen der Erkrankung

In den meisten Fällen heilen Masern problemlos aus. In Europa entwickeln aber etwa 20 % der Erkrankten Komplikationen aufgrund einer durch den Virus ausgelösten Immunschwäche. Diese kann auch noch Monate bis möglicherweise Jahre nach der Masern-Infektion bestehen. Beispiele für die Komplikationen können Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung und Pseudokrupp sein. Eine gefürchtete, aber seltene, akute Masern-Komplikation ist die Gehirnentzündung, die sogar in 20 % der Fälle tödlich verlaufen kann. Bei weiteren 20 – 30 % bleiben Schäden am zentralen Nervensystem.


Eine sehr seltene Spätkomplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Diese chronische Gehirnentzündung tritt im Schnitt 6 bis 8 Jahre nach der Maserninfektion auf. Ins Gehirn eingedrungene Masernviren vermehren sich und verursachen irreversible Nervenschäden, die langfristig zum Tod führen. Ein besonders hohes Risiko an SSPE zu erkranken haben Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken oder sich während der Geburt anstecken. Hier erkrankt ein Kind von 600 Masernerkrankten an SSPE. Nicht nur die Jüngsten, sondern auch Erwachsene und Personen mit einer Immunschwäche haben ein hohes Risiko für Komplikationen. Je älter ein Erwachsener ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf.

 

Die Gefährlichkeit von Masern ist nicht zu unterschätzen, denn etwa eines von 1.000 infizierten Kindern stirbt an der Erkrankung.

Richtiges Verhalten bei einem Verdacht

Sollte der Verdacht auf eine Maserninfektion bestehen, informieren Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt so rasch wie möglich TELEFONISCH. Eine telefonische Vorankündigung ist wichtig, um ein passendes Zeitfenster zu organisieren, damit andere Patient*innen nicht gefährdet werden. Bei den Hausärzt*innen wird der Verdacht auf Masernviren mittels Rachenabstrich oder Urinprobe überprüft. Zusätzlich kann eine Antikörperbestimmung aus dem Blut erfolgen.

 

Bei einem Masernverdacht und spätestens ab der Infektionsbestätigung, sollte man sich umgehend von anderen Menschen isolieren, da die Ansteckungsgefahr hoch ist. Das gilt sowohl für Gemeinschaftseinrichtungen als auch für öffentliche Verkehrsmittel. Es ist wichtig, alle Kontaktpersonen über den Verdacht oder die Erkrankung zu informieren.

Behandlung

Leider gibt es keine spezielle Behandlung bei Masern, es können nur die Symptome behandelt werden. Jedenfalls sollte die erkrankte Person Bettenruhe einhalten und ausreichend trinken. Je nach Schwere der Erkrankung kann auch eine Behandlung im Spital nötig werden. Kommt es zusätzlich zu einer Superinfektion mit Bakterien kann ein Antibiotikum zum Einsatz kommen. Antibiotika helfen jedoch nicht gegen die Masernerkrankung an sich. Masern ist eine Viruserkrankung, gegen die Antibiotika unwirksam sind.

Schutz

Der einzig wirksame Schutz vor einer Infektion sind Antikörper durch eine durchgemachte Infektion (mit dem Risiko möglicher Komplikationen) oder durch die Impfung. Der Schutz bleibt lebenslang. Seit dem Einsatz des Impfstoffes, den es in Österreich in Kombination mit einem Schutz gegen Mumps und Röteln gibt ("MMR"-Impfung), sind die Fälle deutlich zurückgegangen. Die derzeitigen Maserndurchbrüche sind auf die gesunkenen Durchimpfungsraten zurückzuführen, was besonders seit der Covid-Pandemie zu beobachten ist.

 

Nachdem Masern nur von Menschen übertragen werden, können sie durch eine hohe Durchimpfungsrate ausgerottet werden. Wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, sind auch Menschen geschützt, die nicht geimpft werden können – zum Beispiel Säuglinge. Dies wird als Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität bezeichnet. Man geht davon aus, dass 95 % der Bevölkerung geimpft sein müssten, um eine Herdenimmunität zu erreichen.

 

Sollte eine Person zu einer maserninfizierten Person Kontakt gehabt haben und selbst nicht oder nicht ausreichend geimpft sein, kann eine Impfung nachgeholt werden (= Postexpositionsprophylaxe). Das sollte innerhalb von 3 Tagen passieren und eine Infektion lässt sich dann eventuell vermeiden.

 

Da es ein weltweites Bestreben gibt, die Masern auszurotten, wird der Impfstoff in Österreich in allen öffentlichen Impfstellen gratis zu Verfügung gestellt.

 

Aufgrund der aktuellen Entwicklung sollte der eigene Impfstatus dringend kontrolliert werden. Ein ausreichender Schutz besteht nach 2 Impfungen oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist.

Marien Apotheke Wien

Mag. pharm. Karin Simonitsch

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