Sister Blister Red Ribbon

Red Ribbon Jahresrückblick 2019

10. Jänner 2020

Ein bewegtes und interessantes Jahr 2019 liegt hinter uns - durch die Red Ribbon-Brille blicken wir zurück. 

1. Quartal 2019: Erhöhtes Risiko in der Schwangerschaft bei Elvitegravir/Cobicistat und erste Organspende einer HIV-positiven Frau

Nach Warnung einer Therapie mit dem HIV-Wirkstoff Darunavir während der Schwangerschaft, informiert Anfang des Jahres der Hersteller Gilead in einem Rote-Hand-Brief, dass davon auch die Wirkstoffe Elvitegravir und Cobicistat betroffen sind.

 

Vom 4.-7. März findet der jährliche HIV- Kongress CROI (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) in Seattle statt. Ein wichtiges Thema der CROI ist die Zunahme von sexuell übertragbaren Infektionen. Außerdem gibt es neue Daten zur PrEP.

 

Nach dem „Berliner Patienten“ Timothy Ray Brown wird im März ein weiterer Fall dokumentiert, der mittels Knochenmarktransplantation von seiner HIV-Infektion geheilt werden konnte. Der in London behandelte Patient erhielt ebenfalls eine Stammzellenspende im Rahmen seiner Krebsbehandlung.

 

Für viel Hoffnung sorgt die Mitte März weltweit erste stattfindende Organspende einer HIV-positiven Frau. Im US-Bundesstaat Maryland wurde die Niere der HIV-positiven Spenderin einem ebenfalls HIV-positiven Empfänger eingesetzt.

2. Quartal 2019: Neues 2-Drug-Regimen kommt nach Österreich und Europride in Wien

Neben Juluca ® wird in der EU ein neues Kombinationspräparat zugelassen, welches nur mit zwei Komponenten auskommt. Das neue 2-Drug-Regimen bestehend aus den Wirkstoffen Dolutegravir und Lamivudin war in den GEMINI-Vergleichs-Studien den herkömmlichen 3er-Kombinationen (Dolutegravir/Abacavir/Lamivudin) nicht unterlegen.

 

In den USA werden die ersten „Long Acting Injectables“ (LAI) zur Behandlung von HIV- Infektionen von der ViiV Healthcare zur Zulassung eingereicht. Die Wirkstoffe Cabotegravir und Rilpivirin der Depot-Spritze werden jeweils intramuskulär injiziert – und zwar nur einmal im Monat.

 

Vom 1. Bis zum 16. Juni 2019 findet die EuroPride unter dem Motto „Together&Proud“ in Wien statt. Zum Höhepunkt, der Regenbogenparade am 16. Juni versammeln sich fast 500.000 Menschen, um gemeinsam und friedlich für die Gleichberechtigung der LGBTIQ+ Community zu demonstrieren.

 

Im Juli lässt eine Studie aus den USA aufhorchen. Kamel Khalil und sein Team der University of Nebraska Medical Center haben an Mäusen erforscht, was möglicherweise auch in Zukunft für Menschen relevant werden könnte: durch die Kombination aus medikamentöser Behandlung und der Anwendung der Genschere CRISPR/Cas konnte das HI-Virus vollständig bei den lebendigen Tieren eliminiert werden.

 

Der Einsendetest „S.A.M. Mein Heimtest“ zur vereinfachten Testung auf HIV und Geschlechtskrankheiten kann nach einjähriger Pilotphase große Erfolge erzielen.

3. Quartal 2019: Erneute Risikobewertung von Dolutegravir und PrEP wird in Deutschland zur Kassenleistung

Nach anfänglichen Bedenken über einen eventuellen Zusammenhang zwischen dem Hemmstoff der HI-Virus-Integrase Dolutegravir (Tivicay ®) und einer erhöhten Rate an Neuralrohr-Defekten wird Dolutegravir ab sofort als First-Line Therapie für alle HIV-Infizierten empfohlen. Nach einer neuen Nutzen-Risiko-Abschätzung kommt die WHO zu diesem Ergebnis.

 

Mitte Juli veröffentlicht das Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) einen aktuellen Bericht zum Thema Syphilis in Europa. Dieser zeigt, dass seit 2010 die Anzahl der Syphilis Infektionen um rund 70% angestiegen ist. Auch in Wien lässt sich ein Anstieg der Neuinfektionen beobachten.  

 

Im August präsentiert die deutsche Aids-Hilfe die Ergebnisse einer Studie zur Diskriminierung von Menschen mit HIV. Damit gibt es erstmals aussagekräftige Daten zur Stigmatisierung und Diskriminierung von in Deutschland mit HIV lebenden Menschen.

 

Am Ende August stattfindenden G-7-Gipfel in Biarritz wird zusätzliches Geld für den weltweiten Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in Aussicht gestellt. Der Fond zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten soll um weiter 550 Millionen Euro aufgestockt werden.

 

Seit 1. September gibt es in Deutschland die zur HIV- Prävention eingesetzte Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) nun auf Kassenrezept. In Anspruch nehmen können dies versicherte Personen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko unterliegen.

4. Quartal 2019: Wiener Aidshilfe plant Neuausrichtung zum Zentrum für sexuelle Gesundheit und Pharmakonzern Gilead erntet starke Kritik

Seit Anfang Dezember bereiten sich ForscherInnen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf eine klinische Studie vor, bei welcher acht HIV-Patienten mittels Genschere und Stammzellentherapie von einer HIV-Infektion geheilt werden sollen.

 

Die Wiener Aidshilfe plant eine Neuausrichtung des Zentrums für sexuelle Gesundheit. Im Rahmen der Pressekonferenz zum Welt-Aids-Tag wird dies bekanntgegeben. 

 

Die neue App „Prepared“ soll PrEP NutzerInnen bei einer unkomplizierten und organisierten medikamentösen Behandlung unterstützen und helfen erforderliche Begleituntersuchungen zu managen.

 

Im Dezember reicht das Pharmaunternehmen ViiV Healthcare bei der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur Zulassungsanträge für die erste dispergierbare 5-mg-Tablette mit Dolutegravir für Kinder mit HIV ein.

 

Das HIV-Medikament Trogarzo® mit dem Wirkstoff Ibalizumab, das bereits seit April 2018 auf dem amerikanischen Markt ist, wird in der EU zugelassen.

 

Ende des Jahres wenden sich US-Senator Bernie Sanders und Repräsentantin Alexandria Ocasio-Cortez in einem Brief an das US Patent- und Markenamt und fordern die Behörden dazu auf, Gileads Antrag einer Patentverlängerung für das HIV-Medikament Descovey ® abzulehnen. Dem Pharmaunternehmen wird betrügerisches und unmoralisches Verhalten vorgeworfen, da das Medikament Descovey® anscheinend so lange vom Markt gehalten wurde, bis die Patentlaufzeit des früheren, angeblich weniger sicheren Anti-HIV-Medikaments ausgelaufen war.

Marien Apotheke Wien

Mag. pharm. Karin Simonitsch

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